Ich habe selbst erlebt, wie vier eigenständige Systeme – Vibrationsförderer, Kamera, Roboter und SPS – technisch miteinander verheiratet werden mussten.
Jede Schnittstelle musste programmiert, jedes Protokoll verstanden und jede Kommunikation zwischen SPS, Kamera und Roboter sauber abgestimmt werden.
Und wenn ein Bauteil nicht korrekt gegriffen wurde, war zunächst unklar: Liegt es an der Bildverarbeitung, am Roboter oder an der Übergabe?
Und irgendwann war klar:
Das Problem ist nicht die Technik.
Es ist die fehlende Integration.
Genau aus dieser Erfahrung entstand die DS-Place.
Die Aufgabe klang zunächst simpel:
Ein Automotive-Zulieferer montierte eine Baugruppe für ein Fahrzeug.
In ein zylindrisches Gehäuse musste zuerst eine Gummifeder eingesetzt werden.
Anschließend wurde ein weiteres Bauteil oben aufgesetzt.
Damit diese Teile automatisch montiert werden konnten, bestand die Pick-and-Place-Station aus mehreren eigenständigen Systemen:
Ein Vibrationsförderer zur Vereinzelung der Bauteile
Eine Kamera zur Erkennung der Lage
Ein Roboter zum Greifen und Einsetzen
Eine SPS als zentrale Steuerung
Jedes dieser Systeme funktionierte für sich genommen.
Doch erst wenn alles perfekt zusammenspielte, konnte die Anlage zuverlässig produzieren.
Und genau dort begann die eigentliche Herausforderung.
In der Theorie klang alles logisch.
In der Praxis begann die eigentliche Arbeit erst jetzt.
Der Vibrationsförderer musste über die SPS angebunden werden.
Dafür musste zunächst die Kommunikation aufgebaut, das Protokoll verstanden und jeder einzelne Befehl korrekt umgesetzt werden. Erst wenn diese Schnittstelle sauber funktionierte, konnten Teile zuverlässig bereitgestellt werden.
Parallel dazu arbeitete ein anderer Programmierer an der Kamera.
Die Bildverarbeitung musste erkennen, wo die Bauteile lagen, in welcher Orientierung sie sich befanden und welche Position an die SPS übergeben werden sollte. Jede Änderung bedeutete neue Abstimmung.
Der Roboter war wiederum ein eigenes System.
Er musste vollständig geteacht werden – jede Position, jede Übergabe, jede Sicherheitszone. Auch hier lief die Kommunikation ausschließlich über die SPS.
Das bedeutete:
Jede Änderung an einem System hatte Auswirkungen auf mindestens ein weiteres.
Wenn ein Teil nicht korrekt gegriffen wurde, begann die Suche:
Liegt es an der Kamera?
Liegt es am Roboter?
Liegt es an der Übergabe zwischen den Systemen?
Vier technische Teilnehmer.
Drei Verantwortliche.
Und niemand hatte die komplette Architektur in der Hand.
Die Inbetriebnahme zog sich über Monate.
Nicht, weil die Technik schlecht war – sondern weil die Integration jedes einzelnen Systems immer wieder neu aufgebaut werden musste.
Irgendwann lief die Anlage.
Zumindest meistens.
Doch es traten immer wieder sporadische Fehler auf.
Ein Bauteil wurde nicht korrekt erkannt.
Ein Greifvorgang funktionierte nicht sauber.
Eine Übergabe war nicht exakt genug.
Und jedes Mal begann die gleiche Diskussion:
Liegt es an der Kamera?
Am Roboter?
Oder an der Kommunikation dazwischen?
Technisch ließ sich jedes Problem lösen.
Aber der Aufwand, die Abstimmung und die Verantwortung lagen ständig an derselben Stelle.
Ich war für die SPS zuständig – und damit für die Verbindung zwischen allen Systemen.
Wenn etwas nicht funktionierte, liefen alle Fäden bei mir zusammen.
Es war kein schlechtes Projekt.
Es war ein strukturelles Problem.
Und irgendwann kam der Gedanke:
Warum beginnt jede Pick-and-Place-Anwendung wieder bei null?
Warum werden Zuführung, Bildverarbeitung und Roboter immer getrennt gedacht – und erst auf der Baustelle zusammengeführt?
Wie viel Zeit, Kosten und Stress ließen sich vermeiden, wenn diese Integration bereits fertig wäre?
Genau in diesem Moment entstand die Idee zur DS-Place.
Die DS-Place wurde nicht als einzelne Komponente entwickelt.
Sie wurde von Anfang an als vollständig integriertes System konzipiert.
Zuführung, Bildverarbeitung, Robotersteuerung und Bewegungsabläufe sind bereits aufeinander abgestimmt und getestet.
Die notwendigen Kommunikationsschnittstellen zwischen SPS, Kamera, Roboter und Fördertechnik sind vorhanden – aber sie sind fertig eingerichtet und in der Maschine definiert.
Sie müssen beim Kunden nicht erst aufgebaut, programmiert oder abgestimmt werden.
Die aktuelle Architektur arbeitet mit einem geschlossenen Förderbandsystem:
Ein Bunkerband transportiert die Bauteile auf ein Pickband.
Dort werden sie von der integrierten Kamera erfasst und vom Roboter gegriffen.
Bauteile, die nicht korrekt orientiert liegen, werden automatisch weitertransportiert.
Über Steigbänder gelangen sie zurück in den Umlauf und stehen erneut zur Verfügung.
Die komplette Logik – von der Bauteilerkennung über die Greifposition bis zur Übergabe – ist innerhalb der Maschine bereits implementiert.
Der Unterschied liegt nicht in einzelnen Komponenten.
Der Unterschied liegt darin, dass die Integration bereits abgeschlossen ist, bevor die Maschine ausgeliefert wird.
Wenn heute ein Kunde ein neues Bauteil einsetzen möchte, beginnt der Prozess nicht mehr auf der Baustelle – sondern bei uns im Haus.
Der Kunde stellt uns das Bauteil als STEP-Datei zur Verfügung.
Auf dieser Basis werden die Greiferbacken konstruiert und gefertigt.
Parallel dazu wird die Bildverarbeitung auf das neue Bauteil angepasst.
Kontur, Greifposition und Übergabeparameter werden definiert und im System getestet.
Das komplette Pick-and-Place-Verhalten wird unter realen Bedingungen geprüft – inklusive Zuführung, Erkennung und Greifbewegung.
Erst wenn das Zusammenspiel aus Fördertechnik, Kamera und Roboter stabil funktioniert, wird die Maschine ausgeliefert.
Vor Ort beim Kunden reduziert sich die Inbetriebnahme auf wenige Schritte:
Die DS-Place wird an die Anlage positioniert
Mechanisch fixiert
Elektrisch angebunden
Der Abgabeort wird geteacht
Danach kann die Produktion starten.
Die Integration ist zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen.
Nicht erst begonnen.
Die aktuelle DS-Place arbeitet mit einem geschlossenen Umlauf-Fördersystem.
Dieses Konzept ermöglicht eine robuste, kontrollierte Bauteilführung bei optimaler Ausnutzung der möglichen Robotertaktzeit.
Die erreichbare Taktleistung wird dabei durch den eingesetzten Roboter bestimmt – nicht durch die Zuführtechnik.
Parallel prüfen wir eine zweite Architekturvariante mit Vibrationsförderer-Technologie.
Nicht als Ersatz, sondern als alternative Zuführlösung für Anwendungen, bei denen eine klassische Vibrationsvereinzelung bevorzugt wird.
Unabhängig von der gewählten Zuführtechnik bleibt der Grundgedanke identisch:
Die Integration ist vor der Auslieferung abgeschlossen.
Die Schnittstellen sind definiert, getestet und dokumentiert.
Denn der eigentliche Unterschied liegt nicht im Zuführprinzip –
sondern in der fertig integrierten Systemarchitektur.
Die DS-Place entstand nicht aus einem Marketingkonzept.
Sie entstand aus einer realen Inbetriebnahme.
Aus der Erfahrung, dass funktionierende Einzelkomponenten noch keine funktionierende Gesamtanlage ergeben.
Zuführung, Kamera, Roboter und Steuerung sind technisch beherrschbar.
Die eigentliche Herausforderung liegt in ihrer Integration.
Genau dort setzt die DS-Place an.
Nicht als einzelne Maschine.
Sondern als vorbereitetes, getestetes System.
Damit Inbetriebnahme nicht Monate dauert.
Sondern planbar wird.
Sprechen Sie mit uns über Ihre Anwendung.
Wir prüfen, wie sich Ihre Bauteile mit einer integrierten Systemlösung umsetzen lassen.